Das BIPOL Experimentiersystem

Neben vielem anderen sammle ich auch Ausbildungs- und Experimentiersysteme aus den Bereichen Elektronik, Computertechnik (bzw. Informatik), Physik und Optik.

Vor etwa 3 Jahren hatte ich das Glück, ein neuwertiges Experimentiersystem vom Typ “BIPOL” zu erwerben.

Wie man sieht, wurde das System kaum benutzt, das Messgerät ist noch original verpackt, die Batterien noch unbenutzt. Das Foto zeigt den unveränderten Kaufzustand (plus 3 Jahre Lagerzeit), ich habe nichts überarbeitet oder geputzt.

Das BIPOL-System besteht aus Würfel- und einigen wenigen Quaderelementen, welche mit Nut-Feder-Verbindungen mit einander verbunden werden. Der elektrische Kontakt wird über versilberte Kontaktfedern hergestellt.

Hier ein paar Detailbilder:

Eine Original-Rechnung, ausgestellt im Jahr 1971, lag dem System bei. Die Würfel sind also 41 Jahre alt, und immer noch in perfektem Zustand.

Es scheint, als ob es mehrere Reihen/Serien dieser Würfel gegeben hat. Die Elemente mit den sehr detaillierten Symbolzeichnungen beginnen alle mit der Nummer 614, die Elemente mit den “starken” Zeichnungen beginnen mit der Nummer 610, jene mit den vereinfachten Zeichnungen (Bild Nr. 5 von oben) mit der Nummer 608.

Drei Würfel im Detail. Wie man sieht, gibt es pro Fläche insgesamt 8 Kontaktmöglichkeiten, jeweils 4 ausgehend von der Oberkante, und dieselbe Menge ausgehend von der Unterkante. Die äusseren Kontaktfedern dienen zur Spannungsversorgung und als Masse, die inneren werden von der Funktion des Würfels beeinflusst.

Man kann auf diesem Bild auch ganz deutlich sehen, dass Würfel vom System 610 und 614 nicht beliebig kombiniert werden können, denn die äusseren Kontaktfedern befinden sich nicht auf der gleichen Höhe.

Ich vermute, dass der schwarze Würfel einst ersetzt wurde, denn er ist der einzige in dieser Farbe.

Das zum Experimentier-system 614 gehörige Handbuch zeigt lediglich die grundlegende Handhabung des Systems und einige wenige, grundlegende Schaltungen. Zum 610 und 608 besitze ich leider kein Handbuch.

Auf der letzten Seite dieses Buchs ist eine Werbung für das Computer-Experimentiersystem abgedruckt.

Unter den Würfeln befinden sich 24 Bände der “Einführung in die Elektrotechnik” des IFI Internationales Fortbildungs-Institutes aus Baden sowie die Hefte “Gleichstromtechnik” und “Wechselstromtechnik” in gleichen Layout.

Während die beiden letztgenannten Hefte tatsächlichen Bezug auf das BIPOL-Experimeniersystem nehmen, ist die “Einführung…” ein recht kurioses Machwerk: Ungefähr die ersten 12 Hefte befassen sich sehr ausführlich mit den Grundlagen der Elektrotechnik, in einer Sprache, welche auch für den nicht so versierten Leser verständlich ist. Allerdings  ist wirklich viel graue Theorie dabei.

Die Bände 13-18 befassen sich hauptsächlich mit der Elektrohnenröhre, während 19-24 sich mit der Transistortechnik befassen. Dabei ist anzumerken, dass viele der Schaltungen in diesen Heften mit dem BIPOL-Experimentiersystem nicht nachgebaut werden kann, und einige Textpassagen wurden beinahe unverändert aus dem Tietze/Schenk übernommen…

Und natürlich gehörte auch ein passender Block samt Mappe und Bleistift (auch unbenutzt) zum Lieferumfang…

Ein wirklich schönes System, leider konnte ich nur rein gar nichts über den Hersteller des BIPOS-Experimentiersystems herausfinden. Auf jedem Würfel ist “hopt” geprägt, vielleicht der Hersteller?

Leider habe ich im Internet nur eine Seite einzelne gefunden, auf welcher das System referenziert wird, allerdings auch ohne weitere Hintergrundinfos.

Daher ein Aufruf an alle Leser: Hat jemand Informationen über dieses Experimentiersystem?

Oder besitzt jemand noch weitere Kästen / Würfel / Unterlagen, welche er/sie mir verkaufen würde? Ich bin ein grosser Fan dieses Systems und würde mich über zusätzliche Sachen sehr freuen!

Und zum Schluss noch ein Hinweis: Auch wenn es durchaus Gemeinsamkeiten erkennbar sind, das BIPOL-System hat nicht mit dem Lectron-System zu tun!

3 thoughts on “Das BIPOL Experimentiersystem”

  1. Wenn Sie mehr Informationen wünschen, wenden Sie sich
    bitte direkt an mich. Das Bipol-System wurde von der Firma
    Hopt aus Rottweil entwickelt und vertrieben.

    1. Sehr geehrter Herr Lührs

      Besten Dank für Ihren Kommentar – ich werde mich demnächst bei Ihnen melden.

      Zur Wahrung Ihrer Privatsphäre habe ich mir erlaubt, den Kommentar leicht abzuändern – falls es sie stört werde ich die Änderung gerne rückgängig machen.

      Freundliche Grüsse
      der diensthabende Chief

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